Licht-Blick-Kirche kommt sehr gut an

Meditatives Wewelsburger Projekt verzeichnet im ersten Jahr etwa 30.000 Besucher


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Wewelsburg (WV) Etwa 30.000 Menschen haben die Licht-Blick-Kirche in Wewelsburg besucht, seit das Projekt vor einem Jahr gestartet ist. In diesem Zeitraum, hat die Gemeinde jetzt mitgeteilt, seien etwa 15.800 Licht-Blick-Meditationen aufgerufen worden.

Bedenke man, dass in der Regel immer zwei, drei Personen oder eine Familie gleichzeitig die Sinfonie von Licht, Musik, Farben und besinnlichen Worten einschalten, dann haben innerhalb eines Jahres mehr als 30.000 Menschen die Wewelsburger Kirche wegen der Lichtanlage aufgesucht, zieht Monsignore Ullrich Auffenberg Bilanz.

Weil die Anlage zwölf Stunden am Tag (von 8 bis 20 Uhr) verfügbar ist und an manchen Tagen nahezu durchgehend läuft, verteilt sich die große Zahl der Interessenten, so dass sich immer nur wenige – den Coronavorschriften entsprechend – gleichzeitig im Kirchenraum aufhalten.

Das Prinzip ist einfach: In einer Computeranlage sind 50 unterschiedliche Meditationen, Licht-Blicke genannt, gespeichert, die thematisch auf einem Schaltpult abgerufen werden können. Auf Knopfdruck hüllt sich die ganze Kirche visuell und akustisch in eine andere Atmosphäre.

Jede Woche werden durch Pastor Ralf Scheele und den technischen Leiter, Benedikt Krüger, neue Meditationen von etwa fünf bis zehn Minuten Dauer aufgespielt, so dass die Besucher die Aktualität zu schätzen wissen. Zuletzt wurden beispielsweise eine Büttenpredigt zu Karneval, Meditationen zur Corona- und zur kommenden Fastenzeit eingestellt.

Hunderte von Rückmeldungen in den Gästebüchern zeugen von tiefen religiösen und menschlichen Erfahrungen der Besucher: „So stelle ich mir Kirche vor: berührend, menschennah und unsere Bedürfnisse im Blick“, so lautet etwa ein Eintrag.

Manche Menschen kommen zufällig während einer Wanderung oder beim Besuch der Wewelsburg vorbei und sind überwältigt: „Ich komme aus Hannover… wie wunderschön es hier ist! Die Lichtinstallation hat mich zu Tränen gerührt! Danke und Gottes Segen für Sie!“, heißt es im Gästebuch.

Die meisten Passanten, weiß Auffenberg, wollten oft nur kurz hineinschauen; berührt von der Atmosphäre blieben sie dann meist doch viel länger als geplant. Auch davon sprechen einige Einträge im Gästebuch. Kinder sind begeistert von bunten Lichteffekten, die sie vor allem ansprechen.

Besonders freut es die Organisatoren vom Wewelsburger Kirchenvorstand, dem Pfarrgemeinderat und dem Pastoralverbund Büren, dass einige Besucher der Gedenkstätte 1933 bis 1945 in der Wewelsburg bewusst die Lichtkirche zum Durchatmen aufsuchen: „Ich war gerade in der Ausstellung über die furchtbare NS-Zeit. Sehr schön, dass hier ein Gegenpol geschaffen wurde“, so ein Gästebucheintrag.

Thematisch knüpfen die inhaltlichen Impulsgeber durch einige Lichtblicke an die die Gräuel der NS-Zeit an und versuchen Bewusstsein für Humanität und Spiritualität für die heutige Zeit zu schaffen. „Das bringt mich weiter als ein theoretischer Vortrag über Menschenrechte, Glaube und Umweltschutz.“ Diese Meinung äußerte jemand nach einem der Mondscheingottesdienste, die an jedem ersten Tag eines Monats angeboten werden. Dieses Format des Gottesdienstes ist abgeleitet vom Umlauf des Mondes und stimmt ein auf ein Grundthema des neuen Monats durch verschiedene Impulse. Anfang Februar lautete etwa das Thema „Humor und Freude“. Außen um die Kirche herum kann man meditativ einen Licht-Blick-Weg gehen mit Innehalten an verschiedenen Stationen, an denen Pfarrgemeinderatsmitglieder persönliche Licht- und Glaubensbotschaften aufgezeichnet haben. Auch dieser Weg wird gut angenommen.

- Westfalen-Blatt Nr. 40 Lokales Salzkotten / Büren / Lichtenau / Bad Wünnenberg, Mittwoch, 17. Februar 2021