Ein Zentralbüro für neun Gemeinden

Neubau für Pastoralen Raum kostet 1,5 Millionen Euro - Fertigstellung bis Ende 2022 vorgesehen


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Bad Lippspringe (WV) In 2016 haben sich neun Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn zum Pastoralen Raum an Egge und Lippe zusammengeschlossen. In diesen Tagen ist in Bad Lippspringe mit dem Bau eines gemeinsamen Zentralbüros für den Pastoralen Raum begonnen worden. Läuft alles nach Plan, dürften die Arbeiten Ende 2022 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten summieren sich laut Pfarrer Georg Kersting auf 1,5 Millionen Euro.

Im Kirchgarten von St. Martin tut sich etwas: Die ersten Fundamente für das geplante Zentralbüro sind bereits gesetzt. „Sollte es nicht zu einem plötzlichen Wintereinbruch kommen, werden wir noch vor dem Jahreswechsel die Bodenplatte legen können“, gibt sich Architekt Martin Brockmeyer optimistisch. In einer gut besuchten Informationsveranstaltung erläuterte er jetzt die Pläne.

Brockmeyer spricht von guten Vorzeichen für das Neubauprojekt: „Von der Vorplanung bis zur vorliegenden Baugenehmigung durch die Stadt und das Generalvikariat im Spätsommer 2021 hat es gerade einmal drei Jahre gedauert. Das ist eine wirklich kurze Zeitspanne.“

Das geplante Zentralbüro soll nach Aussage des Architekten in einem neuen Anbau untergebracht werden, der direkt an das alte Pfarrhaus in der Martinstraße „andockt“. Die Verbindung beider Gebäude erfolgt über einen Durchbruch.

Erste Animationen zeigen: Zwischen dem alten Pfarrhaus mit seinen markanten roten Backsteinen und dem durchweg in Weiß gehaltenen Flachdachbau (eingeschossig) besteht ein gewollter optischer Kontrast.

Das 1,5 Millionen Euro teure Projekt wird sich in einem ersten Abschnitt auf den 245 Quadratmeter großen Neubau des Zentralbüros konzentrieren. Brockmeyer weiß auch: Auf den ersten Eindruck kommt es an. Eine breite Fensterfront zur Martinstraße hin soll dem Besucher schon vor dem Eingang einen einladend hellen Eindruck vermitteln. Parallel dazu verläuft ein breit angelegter Treppenaufgang mit Rampe. Alternativ steht künftig ein Plattformlift zur Verfügung.

Brockmeyer äußert sich auch zu Aufbau und Gliederung des Neubaus: Den Anfang macht ein großzügig gestaltetes Foyer, das der Besucher nach Öffnen der Eingangstür betritt. Daran schließen sich mehrere Büros mit unterschiedlichen Funktionen an. In einem Raum, in Blickweite zum Foyer, können Gespräche mit den Besuchern geführt werden. Direkt dahinter schließt sich ein Büro an, in dem die Sekretärinnen ihrer Arbeit nachgehen können.

Auch der neue Verwaltungsleiter Manuel Buschmann hat im geplanten Neubau ein eigenes Büro, ebenso die Gemeindereferenten und der Kirchenmusiker. Ein großer Konferenzraum am Ende des Gebäudes schließt die umfangreiche Raumplanung ab. Sollte bei größeren Veranstaltungen einmal mehr Platzbedarf bestehen, lässt sich der Konferenzraum problemlos mit dem Büro des Kirchenmusikers verbinden.

Für wohlige Wärme im gesamten Gebäude soll künftig eine neue Luftwärme-Pumpe sorgen. Auf dem leicht geneigten Flachdach bestünde zusätzlich die Option, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Ausreichend Parkplätze mit Ladestationen für E-Fahrzeuge sind nach Aussage Brockmeyers vor und hinter dem Neubau vorhanden.

In einem zweiten Bauabschnitt folgt das alte Pfarrhaus selbst. Hier sollen neben einem kleinen Besprechungsraum auch jeweils ein Büro für Pfarrer Georg Kersting (Leiter des Pastoralen Raums) sowie für einen weiteren Gemeindereferenten neu entstehen.

Pfarrer Kersting trat in der Info-Veranstaltung möglichen Befürchtungen entgegen, der Bau des neuen Zentralbüros bedeute das Aus für die neun Gemeindebüros: „Das ist definitiv nicht der Fall. Die bestehenden dezentralen Strukturen bleiben erhalten. Wenn jemand etwa einen Trauerfall anzeigt oder ein Paar sein Hochzeitsaufgebot bestellt, müssen sie das weiterhin vor Ort tun können.“ Durch das neue Zentralbüro würden vor allem die Verwaltung und Organisation des Pastoralen Raums an einem Ort konzentriert. Das sei im Übrigen auch der Wunsch des Erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn gewesen.

Kersting machte auch Angaben zu den Kosten, die sich auf etwa 1,5 Millionen Euro belaufen sollen. Den größten Teil, immerhin 90 Prozent, trägt das Erzbistum, zehn Prozent steuert die Pfarrgemeinde St. Martin selbst bei; sie bringt auch das Baugrundstück ein. Die für die Innenausstattung vorgesehenen knapp 100.000 Euro übernehmen demzufolge die neun Gemeinden im Pastoralen Raum an Egge und Lippe.

- von Klaus Karenfeld, Westfalen-Blatt Nr. 274, Lokales Schlangen, Bad Lippspringe, Mittwoch, 24. November 2021