Kath. Kirchengemeinde St. Vincentius, Scherfede

550.000 Euro investieren die Scherfeder Pfarrgemeinde und das Paderborner Generalvikariat in die Sanierung der St.-VincentiusKirche. Dabei haben die Verantwortlichen vor allem das Dach in Blick. An der südlichen Seite des Gotteshauses steht derzeit ein Gerüst. Doch auch im Innern werden bald
die Handwerker an die Arbeit gehen.

„Das denkmalgeschützte Kirchengebäudeistweithindas sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde“, sagt der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Stephanus Ernst. Durch die exponierte Lage sei die Basilika Witterungseinflüssen besonders stark ausgesetzt. Die in den Jahren 1857 bis 1859 erbaute neugotische Kirche ist mit einem Schieferdach eingedeckt, „das dem Gebäude im Einklang mit dem Sandsteinmauerwerk sein markantes Erscheinungsbild verleiht“, sagt Ernst. Trotz mehrfacher Ausbesserungen müsse das Schieferdach dringend erneuert werden.

An den vielen Flickstellen habe sich die Schadhaftigkeit des Dachs erkennen lassen. Ein Schutz vor Regen sei nicht mehr gegeben. „Im Dachraum mussten die ufgestelltenWannenhäufiggeleertwerden“, berichtet Ernst. 

Die Steine des spröde gewordenen Sauerländer Schiefers zeigten besonders an den Unterseiten Auflösungserscheinungen. „Eine erneute Reparatur ist aufgrund zunehmender Schäden nicht mehr sinnvoll“, begründet Ernst die Baumaßnahme. Geplant ist die Erneuerung des gesamten Hauptdachs bis auf die Eindeckung des Kirchturms und des südlichen Seitenschiffs. Dort sei der Schiefer bereits ersetzt worden, sagt Ernst. Die Fachleute erwarteten auch eine Reduzierung der hohen Luftfeuchtigkeit im Innenraum des Gebäudes. Auf der Kirchenwand sind unter anderem die großformatigen KreuzwegMalereien des Künstlers Bernd Terhorst zu sehen. 

Mit der neuen Eindeckung sollen auch die Dachrinnen und die Blitzschutzanlage erneuert werden. Die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange und werden sich wohl noch über mehrere Wochen hinziehen. „Beeinträchtigungen bei den Messfeiern sind nicht zu erwarten“, sagt Küster Ulrich Kaiser.

Im Zuge der Dachsanierungsollzudemeinbeschränkter Zugang am Eingang des rechten Seitenschiffs eingerichtet werden. An dem Seiteneingang sei ein barrierefreier Zugang zur Kirche vorhanden,„deresallenBesuchernermöglicht, auch außerhalb der festgelegten Gottesdienstzeiten die Kirche zu betreten“, erklärt Kaiser. Nun wird an diesem Eingang eine Gitteranlage das Kirchenschiff schützen.
„Sehr filigran geplant“, kündigt Ernst an. Der beschränkte Zugang ermögliche einen ungehinderten Blick auf den Hochaltar und den Kirchenraum. „Mit den Arbeiten wurden, soweit möglich, heimische Firmen beauftragt, die Planung und Bauleitung hat die Warburger Architektengruppe Raimund Busch“, informiert der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende. Die Bauarbeiten seien darauf
ausgelegt, die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, bittet der Kirchenvorstand für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen um Verständnis. 

Von den Kosten inHöhe von 550.000 Euro trägt die Kirchengemeinde St. Vincentius einen Eigenanteil von rund 93.000 Euro. Die weitere Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Landes sowie zum
Großteil aus Kirchensteuermitteln des Erzbistums. 


Die Scherfeder Pfarrkirche St. Vincentius beherbergt einen großformatigen
Kreuzweg-Zyklus. Ein Bildschmuck, wie ihn der aus Emmerich am Niederrhein
stammende Künstler Bernd Terhorst (1893-1986) im Jahr 1931 an die Scherfeder
Kirchenwand gebracht hatte, ist selten. Terhorst arbeitete nach seinem Studium in
München in unterschiedlichen künstlerischen Techniken: Neben Malereien schuf
er Glasmalereien und Mosaike, goss Bronze und entwarf Gobelins. Überlebensgroße Personen und ernsterhabene Gesten: Das monumentale Bildprogramm in der Scherfeder Pfarrkirche hatte nicht immer den Geschmack der Zeit getroffen. So wurde der Kreuzweg-Reigen ab 1965 mit Seidenpapier abgedeckt und übermalt. Rund drei Jahrzehnte später stieß der Schimmel im Gotteshaus
dann die Diskussion erneut an. Im Zuge einer Grundrenovierung rückte der Kreuzweg in den Fokus. Die Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) rieten dazu, ihn zu erhalten. Der Terhorstsche Kreuzweg sei ein wesentlicher Bestandteil der von Bernd Terhorst entworfenen
Gesamtgestaltung des Kirchenraumes, so die Begründung. Der Pfarrgemeinderat votierte für die Kunst, die Bilder sollten sichtbar bleiben. Der Kreuzweg wurde im Dezember 2007 vom
LWL zum Denkmal des Monats gekürt.
(scho) Großformatig: Kirchenausmalungen wie die von Bernd Terhorst aus den 1930er Jahren sind in Westfalen selten.

Neue Westälische vom 09. April 2019


Do, 18.04.2019

Kath. Kirchengemeinde St. Vincentius, Scherfede

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